Umbau und Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudeensembles
Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble im Kölner Volksgarten befindet sich im Eigentum der Stadt Köln und wird in Erbpacht als freies Theater und Veranstaltungsstätte durch einen Verein betrieben. Das ehemalige Wohngebäude des Gartenbaudirektors, aufgebaut auf dem Gewölbe eines preußischen Pulvermagazins, wurde nach dem 2. Weltkrieg als Orangerie des Grünflächenamtes genutzt. Den Umbau haben wir von der Erstellung erster Umbaukonzepte über die enge Begleitung der Fördermittelbeschaffung, sowie der Ausführung erster Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen (seit 2006) bis hin zur Fertigstellung des zweiphasigen Umbaus im laufenden Betrieb begleitet. Das U-förmige Ensemble, bestehend aus ursprünglich zwei Gewächshäusern und dem denkmalgeschützten Hauptgebäude, wurde weitestgehend erhalten. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz entstand hier ein Dreiklang aus ganz unterschiedlichen Architekturen und Konstruktionsweisen, die die Geschichte dieses besonderen Ortes fortschreiben. Das große Gewächshaus wurde erhalten, Statik und Hülle wurden behutsam instandgesetzt. Nach dem „Haus-im-Haus-Prinzip“ wurden die Büroräume (zuvor im Hauptgebäude) als gedämmte Holz-Einbauten in das unbeheizte Glashaus eingestellt.
Die Erschließung erfolgt über einen Holzsteg, dessen flankierende Bepflanzung an die ursprüngliche Nutzung erinnert. Durch den Umzug der Büroräume konnte das Hauptgebäude zu einem großen Theatersaal zusammengefasst werden. Neben weniger statischer Eingriffe und einer denkmalgerechten Bestandserhaltung wurde das Dach komplett erneuert und mit einer integrierten PV-Anlage versehen. Das neue Dachtragwerk wurde notwendig um die Lasten aus der Theatertechnik aufnehmen zu können. Das ehemalige kleinere Gewächshaus wurde durch einen Neubau ersetzt, der mit der Teilung seiner (Draht-)Glasfassaden an dieses erinnert. Unter dem scheinbar schwebenden Holzdach befindet sich das heutige Foyer, das nicht nur den barrierefreien Zugang zu den weiteren Gebäudeteilen sicherstellt, sondern sich durch eine Glas-Falt-Fassade als offene Bühne mit dem grünen Innenhof verbinden lässt. Nach dem Leitbild „Theater für Alle“ konnten im Umbau die hohen Anforderungen an die Barrierefreiheit für Menschen vor, hinter und auf der Bühne vollumfänglich erfüllt werden. Neben einem Hublift im Foyer und einem an das Hauptgebäude angebauten Aufzug wurde eine „Toilette für Alle“ errichtet – mit Pflegeliege und weiterer zusätzlicher Ausstattung für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf.
https://www.orangerie-theater.de/
Entwurf, Planung, Realisierung: raumwerk.architekten
Autraggeber:in: Orangerie Theater e.V. in Kooperation mit der Stadt Köln als Eigentümer:in des Gebäudes
Nutzfläche: 583m²
Zeichnungen, Grafiken: raumwerk.architekten
Fotos: Thomas Schäkel